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Demut – die stille Kraft, die trägt. Demut wird oft missverstanden. Sie wird verwechselt mit Unterordnung, mit Sich-zurücknehmen, mit Kleinsein. Doch wahre Demut ist das Gegenteil von Schwäche. Sie ist eine der kraftvollsten inneren Haltungen, die ein Mensch einnehmen kann.

Demut bedeutet nicht, weniger von sich zu denken. Demut bedeutet, weniger um sich zu kreisen.

Es ist der Moment, in dem wir aufhören, gegen das Leben zu kämpfen – und beginnen, uns ihm anzuvertrauen, ohne uns selbst zu verlieren.

Demut ist Klarheit

Ein demütiger Mensch kennt seine Stärke. Er weiß um seine Fähigkeiten, seine Tiefe, seine Wirksamkeit. Und gerade deshalb muss er sie nicht beweisen.

Demut heißt:

-sich selbst realistisch sehen

-die eigenen Grenzen anerkennen

-Verantwortung übernehmen, ohne sich zu überheben

Sie ist ein inneres Aufrichten, kein Sich-beugen.

Ein stilles Wissen: Ich bin Teil von etwas Größerem – und genau darin bin ich richtig.

Demut ist ein inneres Stillwerden. In der Demut verstummt der innere Lärm.

Das ständige Vergleichen.

Das Recht-haben-Wollen.

Das Getrieben-Sein.

Demut öffnet einen Raum, in dem wir wieder zuhören können:

-dem eigenen Körper

-der eigenen Wahrheit

-dem Leben selbst

Sie lädt uns ein, nicht alles kontrollieren zu müssen.

Nicht alles zu verstehen. Nicht immer vorne zu stehen. Und genau darin liegt ihre Freiheit.

Demut ist Würde

Wahre Demut trägt Würde in sich.

Eine leise, unverrückbare Würde, die nicht von Anerkennung abhängt. Ein demütiger Mensch muss nicht laut sein.

Er muss sich nicht erklären.

Er muss niemanden überstrahlen.

Seine Präsenz genügt.

Demut ist die Fähigkeit, sich selbst zu halten, auch wenn niemand zusieht. Sich treu zu bleiben, auch wenn es unbequem ist. Und den eigenen Platz einzunehmen – nicht größer, nicht kleiner, sondern wahr.

Demut im Alltag

Demut zeigt sich nicht in großen Worten. Sie zeigt sich in kleinen Handlungen:

-im Anerkennen eines Fehlers

-im ehrlichen Zuhören

-im Dankbarsein ohne Anspruch

-im Loslassen dessen, was nicht mehr stimmt

Sie lebt in Momenten, in denen wir sagen: Ich weiß es nicht. Ich brauche Hilfe. Ich darf lernen.

Demut macht uns nicht abhängig – sie macht uns durchlässig.

Demut als Weg

Demut ist kein Zustand, den man erreicht. Sie ist eine Haltung, die man immer wieder wählt. Sie wächst mit Erfahrung. Mit Brüchen. Mit gelebter Wahrheit. Oft entsteht sie dort, wo wir aufgehört haben, jemand sein zu müssen. Wo wir bereit sind, einfach zu sein. Und vielleicht ist genau das ihre größte Gabe: Demut führt uns zurück zu uns selbst – nicht als Ideal, sondern als Mensch.

Still.

Aufrecht.

Verbunden.

Man lernt nichts vom Leben, wenn man immer denkt, man hat Recht……

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